Frankfurt Marathon

Dieses Jahr startete das marathonspezifische Training im August. Mein Trainingsplan setzte dieses Jahr nicht wie gewohnt auf sehr viele lange Läufe, sondern mehr auf Schnelligkeit, Kraft und damit verbundenen Intervallen. Ganz getreu dem Motto, lang kann ich ja, schnell muss ich noch werden.

Mit einer festen Zielzeit von 3:10 Std. vor Augen ging es fast tagtäglich und bei jedem Sauwetter auf die Piste. Für anderes Training war keine Zeit mehr, das Motto war LAUF! Alle Trainingseinheiten liefen wie geplant und sogar die beiden Test-Halbmarathons beim Hugenottenlauf und beim Badenmarathon waren genau im Plan.

Der neuen Bestzeit in Frankfurt stand quasi nicht mehr im Wege. Doch 3 Wochen vor dem Marathon hat es mich erwischt. Ein mir noch unbekannter Übeltäter (für sachdienliche Hinweise zur Ergreifung des Täters ist eine proteinreiche Belohnung ausgesetzt) steckte mich mit seinen fiesen Viren an. Es folgten 3 bittere, trainingsfreie Wochen. Die Muskeln verpufften, die Fettzellen jubelten und der Marathon war im A….

1-2 Tage vor dem Marathon ging es dann wieder etwas besser. Laufen oder nicht Laufen – das ist hier die Frage. Und weil die Saison schon nahezu perfekt gelaufen war, dachte ich mir „Es gibt nichts zu verlieren“ und auf zur Startlinie! Positiv gestimmt – nach 3 Wochen Extreme-Tapering – war das Tagesmotto am 28.10. 2012 „Alles oder nichts…“

Für alle die noch keinen Marathon gelaufen sind bedeutet dies, ich laufe in dem geplanten Tempo (4:30 min/km – 13,3km/h) für meine geplante Zielzeit (3:10 Std.) los. Danach gibt es zwei Optionen während des Marathons: (Alles oder nichts?)

1. Es klappt super, ich bin nach 3:10 Std. im Ziel, habe eine neue Bestzeit und freue mich wie ein Plätzchen.

2. Ich werde an einer beliebigen Stelle des Laufs einbrechen, zu viel Laktat im Muskel haben, Schmerzen bekommen, Krämpfen erleiden, 74x ans Aufgeben denken und mich mit letzter Kraft ins Ziel schleppen, bevor mein Körper einfach flach bei 2 Grad Außentemperatur liegen bleibt. Die Zeit spielt dann keine Rolle mehr.

Einige haben es jetzt bestimmt schon vermutet, ich habe mich für Variante ZWEI entschieden. Der Einbruch kam zirka bei km 28 und ich bin noch nie in meinem Leben so lange 14km gelaufen wie an diesem Tag. Mit meiner Endzeit von 3:31 Std. bin ich trotzdem sehr zufrieden und weiß da geht noch einiges.

Viel mehr kann ich zum Lauf selbst auch nicht mehr sagen. Außer, es war ein sehr schöner Lauf, eine tolle Atmosphäre mit vielen netten Läufer/innen und „Ich komme wieder!“.