15. Altweilnauer Wald-Crosslauf

Wenn man als Läufer im Taunus wohnt und es dann auch noch einen offiziellen Wald-Crosslauf gibt, führt kein Weg daran vorbei. Auf also in das kleine, gemütliche Altweilnau um ein bißchen durch den Wald zu hüpfen. Es wurde dieses Jahr die volle Distanz mit 8.700m angeboten, sowie die Sprintdistanz über 4.350m. Insgesamt waren 125 Läuferinnen und Läufer am Start, was auch gleichzeitig ein Teilnehmerrekord war. Die Strecke wurde als hart, mit vielen Höhenmetern und Cross-Charakter angekündigt.

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Halbmarathon Frankfurt 2013 – Die schnellen Schuhe

Aufgrund des Grundlagentrainings in allen drei Bereichen des Triathlon, ist das Laufen bisher etwas kürzer gekommen als 2012 zur gleichen Zeit. Im Januar und Februar waren es also nur knapp 300 km (davon 50km in Rodgau).

Wie soll es da nur ein guter Halbmarathon rauskommen? Ganz einfach:
1. Ein schneller Mitläufer
2. Mentale Härte
3. Schnelle Schuhe

Aber nochmal einen Schritt zurück. 2012 war ich in Frankfurt auch schon dabei. Laut meiner Erinnerung war alles gut und ich war zufrieden mit einer Zeit von 1:33:46. Meine Bestzeit konnte ich 2012 in Karlsruhe sogar noch auf 1:28:12 heben. Also ein klares Ziel – die Bestzeit MUSS fallen!!

Ich fasse also zusammen. Weniger Kilometer gelaufen, Beine platt vom Trainingslager, Waden hart wie Blei, Kopf platt vom düsteren Wetter. Beste Vorraussetzungen!

Jetzt muss der Plan Realität werden:
1. Der schnelle Peter als perfekter Mitläufer
2. Die mentale Härte – 9 Tage lang 24 Stunden am Tag mit Wolfgang geübt
3. Die schnellen Brooks Pure Connect als Schuhwerk – Danke an Carmen!

Ziel war es die ersten 18km mit 4:10 min/km zu Laufen und dann noch einen draufzulegen.
Bis KM 10 lief alles nach Plan und wir hatten gemeinsam einen Durchgangszeit von 00:41:31. Daumen hoch und weiter im Tempo. Peter hatte einen kurzen Hänger bei km 12, aber konnte sich einfach an mich dranhängen und weiter Gas geben. Bei km 15 gab es eine kleine Steigung und wir verloren ein paar Sekunden. Bei km 18 und einer kleinen Autobahnbrücke dachte ich meine Waden platzen und ich war kurz vor dem Aufgeben. Peter fiel jedoch nichts anderes ein als das Tempo ordentlich zu erhöhen. Von 4:12 min/km steigerte er auf 3:59 min/km. Und als Kampfsau kann ich ihn doch nicht einfach davon ziehen lassen. Also im Eiltempo hinterher um die letzten 3 km die schnellen Schuhe fliegen zu lassen. Unter Schmerzen wurden die letzten 100 Meter noch mit 3:37 min/km ins Ziel gesprintet. Und da war sie, die BESTZEIT!! 1:27:51 sagten beide Uhren und auch das offizielle Zeit bestätigte es.

Ein sehr hartes Rennen, aber es hat mir die Motivation wieder zurückgebracht!

Frankfurt Marathon

Dieses Jahr startete das marathonspezifische Training im August. Mein Trainingsplan setzte dieses Jahr nicht wie gewohnt auf sehr viele lange Läufe, sondern mehr auf Schnelligkeit, Kraft und damit verbundenen Intervallen. Ganz getreu dem Motto, lang kann ich ja, schnell muss ich noch werden.

Mit einer festen Zielzeit von 3:10 Std. vor Augen ging es fast tagtäglich und bei jedem Sauwetter auf die Piste. Für anderes Training war keine Zeit mehr, das Motto war LAUF! Alle Trainingseinheiten liefen wie geplant und sogar die beiden Test-Halbmarathons beim Hugenottenlauf und beim Badenmarathon waren genau im Plan.

Der neuen Bestzeit in Frankfurt stand quasi nicht mehr im Wege. Doch 3 Wochen vor dem Marathon hat es mich erwischt. Ein mir noch unbekannter Übeltäter (für sachdienliche Hinweise zur Ergreifung des Täters ist eine proteinreiche Belohnung ausgesetzt) steckte mich mit seinen fiesen Viren an. Es folgten 3 bittere, trainingsfreie Wochen. Die Muskeln verpufften, die Fettzellen jubelten und der Marathon war im A….

1-2 Tage vor dem Marathon ging es dann wieder etwas besser. Laufen oder nicht Laufen – das ist hier die Frage. Und weil die Saison schon nahezu perfekt gelaufen war, dachte ich mir „Es gibt nichts zu verlieren“ und auf zur Startlinie! Positiv gestimmt – nach 3 Wochen Extreme-Tapering – war das Tagesmotto am 28.10. 2012 „Alles oder nichts…“

Für alle die noch keinen Marathon gelaufen sind bedeutet dies, ich laufe in dem geplanten Tempo (4:30 min/km – 13,3km/h) für meine geplante Zielzeit (3:10 Std.) los. Danach gibt es zwei Optionen während des Marathons: (Alles oder nichts?)

1. Es klappt super, ich bin nach 3:10 Std. im Ziel, habe eine neue Bestzeit und freue mich wie ein Plätzchen.

2. Ich werde an einer beliebigen Stelle des Laufs einbrechen, zu viel Laktat im Muskel haben, Schmerzen bekommen, Krämpfen erleiden, 74x ans Aufgeben denken und mich mit letzter Kraft ins Ziel schleppen, bevor mein Körper einfach flach bei 2 Grad Außentemperatur liegen bleibt. Die Zeit spielt dann keine Rolle mehr.

Einige haben es jetzt bestimmt schon vermutet, ich habe mich für Variante ZWEI entschieden. Der Einbruch kam zirka bei km 28 und ich bin noch nie in meinem Leben so lange 14km gelaufen wie an diesem Tag. Mit meiner Endzeit von 3:31 Std. bin ich trotzdem sehr zufrieden und weiß da geht noch einiges.

Viel mehr kann ich zum Lauf selbst auch nicht mehr sagen. Außer, es war ein sehr schöner Lauf, eine tolle Atmosphäre mit vielen netten Läufer/innen und „Ich komme wieder!“.